
Das schmeckt nach Heimat
Jedes Mineralwasser ist so individuell wie seine Heimatregion
Aufgrund der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit in den verschiedenen Regionen Deutschlands verfügt jedes Mineralwasser über einen individuellen Mix an Mineralstoffen und Spurenelementen. Denn bei seiner Entstehung nimmt das Mineralwasser diese Stoffe auf und entwickelt auf diese Weise seine ganz eigene Zusammensetzung und damit einen einzigartigen Geschmack. So drückt jede Region ihrem Mineralwasser ihren ganz eigenen Stempel auf. Eine extra Portion Calcium bekommt das Naturprodukt, wenn es kalkhaltiges Gestein durchströmt. Natrium und Chlorid gibt es vor allem in den Ablagerungen aus den Urmeeren. Auch der Kohlensäuregehalt hängt von der Bodenbeschaffenheit ab: Besonders viel Kohlensäure enthalten die Mineralwässer aus vulkanischem Gestein.
Regionale Unterschiede
Zwar gibt es in jeder Region vorherrschende Gesteinsschichten. Doch schon bei Orten, die nur wenig voneinander entfernt liegen, kann es ganz andere Zusammensetzungen geben. Das macht den Reiz der Mineralwasser-Vielfalt in Deutschland aus. Zur Orientierung lässt sich folgendes merken:
- Die Mineralwässer aus dem Westen Deutschlands werden häufig von vulkanischem Gestein oder großen Schiefervorkommen geprägt – daher sind viele von ihnen eher weich und mild.
- Das Tiefland im Norden bringt viele mittelharte bis härtere Mineralwässer hervor mit höheren Anteilen an Sulfat.
- Im Süden läuft das Wasser meist über breite Schotterebenen, die das Wasser mit einem Mix an Mineralstoffen versorgen.
- Im nördlichen Osten wie auch in anderen Regionen bewirkt Lockergestein eine angenehme Herbheit. Das Urstromtal im südlichen Brandenburg zum Beispiel verschafft den regionalen Mineralwässern eine starke Mineralisierung.
Wer verschiedene Mineralwässer miteinander vergleicht, schmeckt den Unterschied: Manche Wässer schmecken eher salzig, manche trocken, eins hat einen angenehmen, leicht bitteren Geschmack, das andere einen eher weichen Effekt auf der Zunge. Der Unterschied lässt sich auch auf dem Etikett ablesen: So hat zum Beispiel Calcium einen trockenen, Magnesium einen leicht metallischen und Natrium in Verbindung mit Chlorid einen eher salzigen Geschmack.
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Wie schmeckt Ihre Region? – Das Vermächtnis der Steine
Jedes der über 500 Mineral- und mehr als 20 im Handel erhältlichen Heilwässer in Deutschland schmeckt einzigartig. Die Geologie ist – wie die Natur allgemein – sehr vielfältig, so dass es unzählige Mischformen von Mineralwasser gibt. Ganz grob lassen sich jedoch drei Grundformen unterscheiden:
Hydrogencatbonatwässer
Hydrogencarbonatwässer, häufig auch mit hohen Calcium- und Magnesiumanteilen, sind vor allem in Regionen zu finden, die von abklingendem Vulkanismus geprägt sind. Das sind in Deutschland die Mittelgebirge wie die Eifel, die Schwäbische Alb oder der Schwarzwald. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit ist der Magnesium- und Calciumgehalt besonders ausgewogen. Zusammen mit Hydrogencarbonat tragen diese Mineralstoffe zu einem natürlichen und neutralen Geschmack bei.
Sulfatwässer
Vor allem in Norddeutschland, aber auch in einigen Mittelgebirgen, in denen viel Gips und Anhydrit – auch bekannt als Calciumsulfat – abgelagert wurden, treten typischerweise Sulfatwässer auf. Sie schmecken, je nach Sulfatkonzentration, süßlich bis leicht bitter.
Chloridwässer
Chloridwässer entstehen häufig durch die Auslaugung von Steinsalzlagern in den Erdschichten, zum Beispiel aus Ablagerungen der Urmeere. In Verbindung mit Natriumchlorid – besser bekannt als Kochsalz – entwickeln sie einen salzigen Geschmack.
Leicht mineralisierte Mineralwässer
In Regionen, mit vielen Sand- und Kiesablagerungen finden sich eher leicht mineralisierte Mineralwässer. Dazu gehören in Deutschland das Allgäu, die Regionen um München oder die Norddeutsche Tiefebene. Enthalten Mineralwässer nicht mehr als 50 Milligramm Mineralstoffe pro Liter, können sie auf dem Etikett den Hinweis „mit sehr geringem Gehalt an Mineralstoffen“ tragen. Diese Mineralwässer schmecken häufig eher neutral.